Klima in Suzhou: Von Schneeflocken & Sonnenstrahlen

Klima in Suzhou: Von Schneeflocken & Sonnenstrahlen

Im Juni 2017 bin ich nach China gekommen und bin ziemlich schnell in den Hochsommer gestartet. Der Herbst dauerte nur wenige Wochen im September/Oktober und mittlerweile ist der Winter eingebrochen. Mir war vor meiner Ankunft in China nicht bewusst, wie anders das Klima in Suzhou tatsächlich sein würde.

Klima in Suzhou

Bei meiner Recherche bin ich auf Tabellen mit ganz unterschiedlichen Werten gestoßen. Die bilden aber alle nicht das ab, was ich hier in den letzten sechs Monaten erlebt habe. Hier kommen deshalb meine Erfahrungen von Juni bis November 2017.

Temperatur

Im Juni waren die Temperaturen so bei 20-30 Grad Celsius. Juli und August waren die heißesten Monate mit Höchsttemperaturen zum Teil bis 42 Grad. Der Unterschied zwischen Tag und Nacht war vor allem im Sommer nicht hoch, die Temperaturen fielen zum Teil nicht unter 30 Grad.

Im Herbst, also in den 4 Wochen im September/Oktober hatten wir sehr angenehme Temperaturen, ähnlich wie ein warmer Herbst in Österreich. 20-25 Grad und endlich wieder frische Luft. Das tat nach der stehenden Hitze im Sommer richtig gut!

Mitte November sind wir im Winter angekommen. Winter bedeutet hier nicht Minusgrade, sondern Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad. Das klingt gar nicht schlimm? Gepaart mit 70-80% Luftfeuchtigkeit ist das ein richtig, richtig unangenehmes Klima. Es regnet immer wieder, Feuchtigkeit und Kälte ziehen so richtig ein und sind gekommen, um zu bleiben. Das bringt mich auch gleich zum nächsten Punkt:

Luftfeuchtigkeit

Die Luftfeuchtigkeit ist in den letzten Monaten selten unter 60% gefallen. Was das bedeutet? Im Prinzip heißt das, dass es in den letzten Monaten andauernd schwül war. Per Definition ist Schwüle ein Zusammenspiel von Temperaturen und relativer Luftfeuchtigkeit:

Definition von Schwüle

Im Sommer bin ich aus dem Hotel raus und habe schon geschwitzt. Es gab eine Woche, in der die Wetter-App am Handy angezeigt hat: 38 Grad, gefühlt 48 Grad. Das war echt heftig.

Jetzt in der kalten Jahreszeit dreht sich das in die andere Richtung: 15 Grad, gefühlt 10 Grad. Ich gehe aus dem Hotel raus und bei 10 Grad ist mir schon nach ein paar Minuten kalt.

Die Luftfeuchtigkeit hängt natürlich auch mit dem Niederschlag zusammen:

Niederschlag

Von April bis September fällt in Suzhou am meisten Niederschlag. Das ist die Regenzeit, oder der Monsun. Die Regenwahrscheinlichkeit ist in dieser Zeit stark erhöht, manchmal hatten wir wirkliche Wolkenbrüche in Suzhou. Da fängt es ganz plötzlich an, richtig zu schütten und nach 10 Minuten bleibt nur mehr hohe Luftfeuchtigkeit. Die Hitze ist trotz Regen aber nicht zurückgegangen.

Das ist meiner Meinung nach einer der größten Unterschiede zu Österreich: In Österreich sorgt Regen meistens für Frischluft, die man richtig riechen und spüren kann. Die Luft ist nach dem Regen klar. In Suzhou hingegen ist nach dem Regen vor dem Regen. Die Luft ist noch immer gleich stickig.

Im Dezember fällt angeblich am wenigsten Niederschlag.

Auswirkungen im Alltag

  • Im Sommer haben Busse eine Schneeflocke neben der Busnummer. Das bedeutet, dass es eine Klimaanlage im Bus gibt. Das ist vor allem in vollen Bussen ein großer Vorteil, weil dann nicht alle noch mehr vor sich hin schwitzen… Im Winter hingegen gibt es auf manchen Bussen kleine Sonnen, was für die Heizung im Bus steht.
  • Alle Wohnungen haben Klimaanlagen. Bei Heizungen sieht das Ganze aber schon anders aus. Viele Chinesen sitzen im Winter mit dicken Jacken in der eigenen Wohnung. Das liegt daran, dass es in Shanghai/Suzhou und südlich davon standardmäßig einfach keine Heizungen gibt. Nirgends.
  • Im Büro und im Hotel läuft die Heizung über die Klimaanlage, die dann einfach aufgedreht wird. Was ich besonders lustig finde: Wir haben die Klimaanlage im Winter auf der gleichen Temperatur wie im Sommer, nämlich 27 Grad. Im Sommer hat das gekühlt (!), im Winter wärmt es. Das ist schon verrückt…

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